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AI Paper Trail rechnet aus, was dein Chatverlauf über dich sagt

Vom Themen KI · Datenschutz

AI Paper Trail ist ein kostenloses Werkzeug von Proton. Es liest den exportierten Gesprächsverlauf von ChatGPT oder Claude und gibt einen Bericht darüber zurück, was diese Gespräche über die Person verraten, die sie geführt hat. Gerechnet wird das von Lumo, dem eigenen Assistenten von Proton.

Der Gedanke dahinter ist der Unterschied zwischen einzeln und gesammelt. Eine Frage nach einer Reiseroute ist harmlos, ein Entwurf für eine Mail auch. Monate oder Jahre davon nebeneinander sind etwas anderes: Beruf, Beziehungen, Gesundheitssorgen und Finanzen, und daraus entsteht ein überraschend vollständiges Bild.

Was es misst

Der Bericht ist um vier Kategorien gebaut.

Privacy Type ein Etikett dafür, wie jemand mit den eigenen Daten umgeht. Eine Sorte, kein Wert
AI Exposure Score eine Zahl aus zwei Größen: wie viele persönliche Angaben sich aus den Gesprächen ziehen ließen, und wie verräterisch sie sind
Was das Modell über dich weiß aufgeschlüsselt nach Identität, Gewohnheiten, Beziehungen und Interessen
Ein Geldwert was diese Angaben einem KI-Anbieter wert sein könnten

Die letzte Kategorie ist die ungewöhnliche. Die ersten drei beschreiben dich, die vierte beschreibt einen Markt.

Dazu kommen zwei Abschnitte, die weiter gehen als eine Punktzahl:

  • „Most revealing“ benennt die einzelnen Stellen im Verlauf, die am meisten preisgeben, nicht nur die Menge
  • „What we identified“ sortiert die Funde in Felder wie technische Kenntnis, ethische und philosophische Fragen oder Datenschutzbewusstsein und hängt an jedes Feld die Begründung, woran es das festmacht

Am Ende stehen ein paar Ratschläge und eine Karte, mit der sich der eigene Wert veröffentlichen lässt.

Was es dafür will

Kostenlos ist der Preis in Geld. Der Preis in Daten ist der vollständige Export.

Man beschafft ihn beim Anbieter selbst, bei ChatGPT unter „Data controls“ in den Einstellungen, und lädt ihn dann zu Proton hoch. Damit liegt der gesamte Gesprächsverlauf bei einer weiteren Partei, und zwar zu dem Zweck, sich sagen zu lassen, dass er zu viel enthält.

Proton macht dazu zwei Zusagen: Das Hochgeladene werde direkt nach der Auswertung gelöscht, und der fertige Bericht sei nur für den sichtbar, der ihn erzeugt hat. Beides sind Zusagen des Unternehmens. Nachprüfen kann man sie von außen nicht.

Eamonn Maguire, bei Proton Director of Engineering, nennt den Zweck so: Die meisten Menschen wüssten, dass KI Daten sammelt, aber nicht, wie verräterisch ihr Gesprächsverlauf mit der Zeit werde. Das Werkzeug mache dieses unsichtbare Profil sichtbar.

Dazu gehört die zweite Hälfte des Bildes: Das Werkzeug läuft auf Lumo und führt zu Lumo. Es ist ein Datenschutzwerkzeug und eine Anzeige für das eigene Produkt, beides gleichzeitig, und das eine entwertet das andere nicht.

Ob es sich lohnt

Für die Frage „wie schlimm ist es bei mir“ ist es der schnellste Weg zu einer Zahl. Die Zahl kommt allerdings von der Partei, deren Angebot am Ende des Berichts steht.

Der Teil, der ohne diese Einschränkung auskommt, ist der Export selbst. Er liegt danach auf dem eigenen Rechner, er kostet nichts, er geht nirgendwohin, und er beantwortet dieselbe Frage direkt: Da steht, was du gesagt hast.

Die brauchbare Reihenfolge ist deshalb: erst den Export ziehen und hineinsehen. Wer danach immer noch wissen will, welchen Geldwert eine fremde Partei darauf schreibt, kann ihn immer noch hochladen.


Gegenstand: lumo.proton.me/aitrail. Die Angaben oben stammen aus einem Bericht von It’s FOSS vom 17.08.2026, nicht von Proton selbst.

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